SP Nationalrätin Claudia Friedl hat heute nach 33 Jahren aktiver Parlamentspolitik ihren Rücktritt mitgeteilt. Die SP Kanton St.Gallen dankt ihr für ihren jahrzehntelangen Einsatz für Frauenrechte, Gleichstellung, Soziale Gerechtigkeit sowie für ihr Engagement in Umwelt- und Klimathemen. Mit Claudia Friedl verlässt eine erfahrene, besonnene, überaus kompetente und motivierende Frau die politische Bühne. Die Menschen und die Natur waren stets Zentrum ihres politischen Engagements.
Heute hat SP Nationalrätin Claudia Friedl ihren Rücktritt bekannt gegeben. Sie wird per 26. April nach 33 Jahren ihre politische Karriere beenden. Die SP Kanton St.Gallen nimmt mit grosser Achtung Kenntnis von dieser Entscheidung. Claudia Friedl war während über drei Jahrzehnten eine prägende Figur der kantonalen und nationalen Politik und der SP: zuerst ab 1993 im St.Galler Stadtparlament, und ab 1996 im Kantonsrat, dem sie bis 2013 angehörte und den sie 2000/2001 präsidierte. Von 2004 bis 2012 war sie Präsidentin der Sozialdemokratischen Partei des Kantons St.Gallen. 2013 trat sie schliesslich die Nachfolge von Hilde Fässler im Nationalrat an, wo sie während 13 Jahren in der Aussenpolitischen Kommission tätig war und das EU-Dossier begleitet hat. Von 2019 bis 2023 war sie zudem in der Finanzkommission. Während fünf Jahren war Claudia Friedl Mitglied der Parlamentarischen Versammlung OSZE und leitet seit Anfang 2026 die Delegation.
Frauenstreik als starker Treiber für politische Karriere
Als Auslöser für den Start ihrer politischen Karriere nennt Claudia Friedl den Frauenstreik 1991: «Die Kraft dieses Anlasses motivierte mich so sehr, dass ich bei den Gemeinderatswahlen 1993 antrat und in das St.Galler Stadtparlament gewählt wurde.» Gleichstellungsthemen und der Kampf gegen Gewalt an Frauen sind Claudia Friedl bis heute grosse Anliegen. Dabei betont sie insbesondere die Umsetzung der Istanbul-Konvention, die deutlich mehr Ressourcen braucht, als ihr bisher zugestanden wurden.
Engagement für Natur, Umwelt und Klima
Eine weitere grosse Motivation, war für die Umweltnaturwissenschaftlerin Claudia Friedl natürlich ihr Engagement für Natur und Umwelt. Einen Schwerpunkt setzte sie im Kampf gegen Pestizide und den Verlust an Artenvielfalt. Deshalb setzte sie sich mit viel Herzblut an vorderster Front für die Biodiversitätsinitiative ein und bezeichnete sie als eine Zukunftsinitiative. Menschen und Natur bildeten immer das Zentrum ihres politischen Engagements.
Soziale Gerechtigkeit und Solidarität
In der Aussenpolitischen Kommission, in der Claudia Friedl während 13 Jahren tätig war, kamen ihr grosser Sinn für Solidarität und Soziale Gerechtigkeit zum Tragen. Hier setzte sie sich vor allem ein für die internationale Zusammenarbeit, für Menschenrechte, das Völkerrecht und die Armutsbekämpfung sowie für die Umsetzung der Agenda 21 der Vereinten Nationen. «Die Schweiz mit ihren internationalen humanitären und sicherheitspolitischen Organisationen, dem Angebot an Diplomatie und dem UNO-Sitz in Genf hat viel zu bieten. Dieses Angebot ist eine gute und einzigartige Alternative zum militärischen Engagement anderer Staaten», betont Claudia Friedl. Sorge bereiten ihr die laufenden Budgetkürzungen, die dieses Angebot massgeblich gefährden.
Wichtiger Antrieb war ihr beim Politisieren für den globalen Süden der Einbezug und die Förderung von Frauen in der Entwicklungszusammenarbeit, bei Friedensverhandlungen, der Armutsbekämpfung, der wirtschaftlichen Förderung oder dem Kampf gegen Gewalt an Frauen sowie die Umsetzung der UN-Resolution 1325 Frauen Frieden Sicherheit, welche die Teilhabe der Frauen an Friedensprozessen und Aufbauarbeiten verlangt.
EU-Dossier und Parlamentarische Versammlung OSZE
Als Mitglied der Aussenpolitischen Kommission begleitete Claudia Friedl ebenfalls das EU-Dossier während des ganzen Prozesses seit 2014. Jetzt wurden die Verträge unterzeichnet und die Debatte über die Umsetzung wird in den Räten und der Öffentlichkeit geführt. Eine gute und zuverlässige Verbindung zur EU und den weiteren europäischen Ländern ist Claudia Friedl ein grosses Anliegen.
Als Mitglied der Parlamentarischen Versammlung OSZE, in der sie Anfang 2026 die Leitung der Delegierten übernehmen durfte, erlebte Claudia Friedl, wie die Organisation insbesondere seit dem Krieg Russlands gegen die Ukraine unter Druck steht.
Die SP Kanton St.Gallen dankt Claudia Friedl von Herzen für ihr vielseitiges, grosses Engagement.
Arbër Bullakaj rückt für die SP nach
Die Nachfolge von Claudia Friedl im Nationalrat tritt Arbër Bullakaj aus Wil an. Er war in Wil von 2013 bis 2020 Stadtparlamentarier und GPK-Mitglied und von 2013 bis 2019 Vizepräsident der SP Kanton St.Gallen. Auf nationaler Ebene war Arbër Bullakaj jahrelang GL- und Parteirats-Mitglied der SP Schweiz. Als Gründungspräsident des Vereins «Aktion Vierviertel» und als Initiant der «Demokratie-Initiative», hat er sein Engagement für Bürgerrechte und eine moderne, offene Gesellschaft unter Beweis gestellt. Sein inspirierender Ständeratswahlkampf 2023 hat gezeigt, dass er Menschen über Parteigrenzen hinweg für eine Politik begeistern kann, die auf Gerechtigkeit, Chancengleichheit und nachhaltigem Fortschritt basiert. Arbër Bullakaj steht für «eine Schweiz, in der es egal ist, woher du kommst, woran du glaubst und wen du liebst.» Die SP Kanton St.Gallen freut sich, dass mit Arbër Bullakaj eine kompetente, engagierte Persönlichkeit das Parlament bereichert.
