Arzije Asanis Instagram Post kritisiert das St.Galler Rheintal und löst eine emotionale Debatte aus; die SP Kanton St.Gallen zeigt sich solidarisch mit ihrem Wunsch nach Zugehörigkeit, Heimat, Akzeptanz und Aufarbeitung.

Arzije Asanis Post auf Instagramm bewegt nicht nur das St.Galler Rheintal, sondern die Medien im ganzen Land. Sie ergreifen das Momentum und steigen in die Debatte ein rund um das Thema Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Asani, die in Rebstein aufgewachsen ist, kritisiert das Rheintal als Heimat, in der sie nie willkommen war. Die Likes und Bekräftigungen auf Instagram zeigen, wie sehr das Thema viele Menschen berührt, nicht aufgearbeitet ist, und die dunkle Seite unserer Gesellschaft ins Licht rückt. Und das ist auch richtig so. Die SP Kanton St.Gallen dankt Arzije Asani für ihren Mut, diese Erfahrungen öffentlich zu machen. Ihre Schilderungen zeigen, wie Ausgrenzung den Alltag, den Lebensweg und das Zugehörigkeitsgefühl von Menschen prägen kann. Zahlreiche Reaktionen auf ihren Beitrag machen deutlich, dass ähnliche Erfahrungen von vielen Menschen geteilt werden.

Auch in der SP gibt es viele Menschen mit Migrationsgeschichte – sie alle wissen um die Erfahrungen von Asani und teilen die Emotionalität, die darin steckt. So auch Kantonsrätin, Wahlkreispräsidentin Rheintal und Sozialwissenschaftlerin Karin Hasler. Hätte ihre Familie nicht in den 90er Jahren den Namen geändert, wäre sie wohl kaum gewählt worden, da ist sie sicher! Auch sie hat Rassismus hautnah erlebt – “sowas vergisst man nicht”.

Bei einer Ausländer*innen-Quote von ca. 30 %, einer sehr restriktiven Einbürgerungspolitik sowie einem SVP-Anteil von bald 50 % im Rheintal, und nach dem klaren Abstimmungsergebnis vom 14. Juni (10-Millionen-Schweiz) im Kanton St.Gallen, stellt sich die Frage nach Vergangenheit und Zukunft des Kantons und der Schweiz als Einwanderungs- und Migrationsgesellschaft. Seit dem zweiten Weltkrieg tun sich die Schweiz, der Kanton St.Gallen und auch das Rheintal schwer mit der Aufarbeitung der eigenen Identität. Ab- und Ausgrenzung und migrationspolitische Ängste mobilisieren weiterhin stark. Umso wichtiger ist eine Politik, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt, statt Menschen gegeneinander auszuspielen.

Eine zentrale Rolle spielt dabei die Volksschule. Mit der laufenden Totalrevision des St.Galler Volksschulgesetzes stellt der Kanton wichtige Weichen für die kommenden Generationen. Die frühe Aufteilung von Schüler*innen in Sekundar- und Realklassen beeinflusst ihre weiteren Bildungs- und Berufschancen erheblich. Kinder aus Familien mit wenig finanziellen Ressourcen oder mit Migrationsgeschichte sind von dieser Selektion besonders häufig betroffen. Damit trägt die heutige Schulstruktur dazu bei, soziale Unterschiede über Generationen hinweg fortzuschreiben.

 

Für die SP ist deshalb klar: Bildung muss bestehende Ungleichheiten abbauen, statt sie zu verfestigen. Erfahrungen wie die von Asani sollten sich nicht wiederholen müssen. Die Politik steht in der Verantwortung, dafür konkrete Voraussetzungen zu schaffen. Eine gerechte und integrative Volksschule ist ein entscheidender Schritt auf diesem Weg.

Für Rückfragen

Karin Hasler

Karin Hasler

Kantonsrätin Rheintal

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